China kauft weiter Gold für den Staat

China setzt seine staatlichen Goldkäufe fort, die im Dezember 2018 nach langer Pause wieder aufgenommen worden waren.

59,94 Millionen Unzen Gold im Staatsbesitz

Die chinesische Notenbank hat zu Beginn dieser Woche die neuen staatlichen Bestände der Peoples Bank of China ausgewiesen: Demzufolge sind jetzt 59,94 Millionen Goldunzen im Besitz der Notenbank – im Dezember wurden noch 59,56 Millionen Unzen ausgewiesen. Damit hat man bereits im zweiten Monat in Folge die Goldbestände in China erhöht.

China liegt mit den Goldkäufen im Trend

Die Notenbank Chinas liegt mit den Goldkäufen im Trend: In den letzten Jahren haben die Notenbanken dieser Welt im Schnitt jedes Jahr mehr Gold gekauft als sie verkauft haben, d.h. Goldbestände wurden erhöht, um die jeweiligen Währungen zu stabilisieren. China hat auch erklärt, unabhängiger vom US-Dollar werden zu wollen. China hat dazu den Anteil von US-Staatsanleihen im Bestand reduziert – im Gegenzug Gold gekauft.

China hatte 2 Jahre kein Gold gekauft

Schenkt man den offiziellen Statistiken aus China Glauben, so wurde in der Volksrepublik China von Oktober 2016 bis November 2018 kein Gold für den Staatsbestand hinzugekauft. Die Bestände wurden in dieser Zeit mit konstant 59,24 Millionen Unzen Feingold ausgewiesen.

Problematisch für die USA

Für US Präsident Trump könnte Chinas neue Politik ein Problem werden: Bislang galt China als einer der größten Käufer von US-Staatsanleihen: Das von Trump immer wieder kritisierte China hat praktisch die USA finanziert. Kauft China nun zukünftig weniger US-Staatsanleihen und mehr Gold, könnte es schwieriger werden, den US-Staat weiter zu finanzieren. Ggf. nur zu höheren Zinsen, an denen Präsident Trump – wie mehrfach geäußert – kein Interesse hat, weil es die Staatsfinanzierung teurer macht und die Wirtschaft abwürgt. Sollte China seine staatlichen Goldkäufe weiter fortsetzen, dürfte dies mittelfristig auch Auswirkungen auf den Goldpreis haben – dieser wird dadurch massiv gestützt und könnte die steigende Tendenz weiter fortsetzen.

Chinas Notenbank legt Gold in Form von Goldbarren zur Seite – Chinas Bürger und Geldanleger weltweit kaufen lieber Goldmünzen wie diesen Goldpanda 2019

Russland kauft tonnenweise Gold und verkauft US-Staatsanleihen

Die russische Staatsbank Bank of Russia hat ihre Goldreserven weiter ausgebaut: Im September addierte man weitere 37 Tonnen Gold zu den staatlichen Beständen, – der bislang größte monatliche Zuwachs dieses Jahr. Russlands Notenbank sitzt damit – nach eigenen Angaben – auf 2037 Tonnen Gold, alleine dieses Jahr ist dieser Bestand um fast 200 Tonnen gestiegen.

An den Währungsreserven Russlands hat Gold mittlerweile einen Anteil von über 16%.

US-Staatsanleihen werden abgebaut

Im Gegenzug zu der Verstärkung der Gold-Position hat Russland die amerikanischen Staatsanleihen verkauft und den Bestand an US-Staatsanleihen drastisch reduziert. War Russland im Jahr 2011 mit 180 Milliarden Dollar an Staatsanleihen noch einer der größten Gläubiber der USA, so hält Russland aktuell nur noch rund 14 Milliarden Dollar an Staatsanleihen, mithin weniger als ein Zehntel wie in vergangenen Jahren. Aktuell befindet sich Russland nur noch auf Platz 54 der größten Gläubiger der USA. Damit geht Russland in dieselbe Richtung wie China, die auch nunmehr im vierten Monat nacheinander den Bestand an US-Staatsanleihen reduzierten.

Mehr Gold als Bund-Anleihen gehandelt

Mittlerweile wird weltweit auch mehr Gold als BUND-Anleihen oder Dow-Jones-Aktien gehandelt, wie ein Vergleich des World Gold Councils zeigt. Das tägliche Handelsvolumen für Gold in US$ übersteigt den US-Aktienhandel und den Handel mit deutschen Staatsanleihen um ein Vielfaches:

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(Vergleich Volumen Goldhandel versus Aktien/Bund-Anleihen, Quelle: WGC)

Goldschmuck noch immer wesentlicher Absatzkanal

Der Marktanteil von Goldschmuck beim ‚Verbrauch‘ von Gold ist immer noch signifikant: Mit 47% fast die Hälfte des Gesamtmarktes, dominiert von chinesischer und indischer Goldnachfrage. Bei steigender Population in diesen Ländern und steigendem Wohlstand wird auch zukünftig mit stabiler Nachfrage nach Gold aus Asien zu rechnen sein, was hinsichtlich des Goldpreises eher für weiter steigende Notierungen spricht.

Indische Regierung will Goldmarkt lockern

Die indische Regierung hat signalisiert, die strenge Regulierung des Goldmarks in Indien, wo eine zehnprozentige Gold-Einfuhrsteuer den Goldhandel erschweren soll, zu lockern. Aktuell laufen noch Gespräche mit der indischen Goldindustrie und dem Schmuckhandel. Die starken Goldeinfuhren nach Indien führen in dem Land zu einem Handelsbilanzdefizit. Mit strengeren Gesetzen und höheren Abgaben hat man zwar den Goldimport leicht eindämmen können, aber die indische Bevölkerung glaubt weiter an die Stabilität von Gold und kauft Goldschmuck und Goldmünzen in so großen Mengen, dass weiterhin ein Handelsbilanzdefizit ensteht, weil das Gold aus dem Ausland eingeführt werden muss. 80% der indischen Goldschmuck-Exporte gehen übrigens in die Vereinigten Arabischen Emirate.

100 Tonnen Gold im August eingeführt

Alleine im August 2018 führte Indien über Importe 100 Tonnen Gold ins Land ein. Auch die Juli-Importe waren mit +23% und 75 Tonnen bemerkenswert. Das ist deshalb bemerkenswert, weil in Indien gehandeltes Gold zwischen 13 und 28% teurer ist als im Umland, was an 10% Einfuhrabgaben, 3% zusätzlichen Steuern und häufig bis zu 15% im Rupien-Wechselkurs begründet ist. Dennoch hält die Bevölkerung – besonders zur Festival-Saison – an Goldkäufen fest. In weiten Teilen Indiens ist es auch häufig so, dass bei Hochzeiten die Frau massiv Gold geschenkt bekommt, weil Gold im Falle in einer Scheidung das Einzige ist, was sie behalten darf. Daher bestehen Brautväter in traditionellen indischen Familien i.d.R. auf auskömmlichen Goldgeschenken für die Braut.

 

 

 

 

Zentralbank in Ungarn kauft kräftig Gold – Verzehnfachung der Bestände

Ungarns Zentralbank hat die Verzehnfachung der Goldbestände angekündigt, man sei mittlerweile bei 31,5 Tonnen Gold im Staatsbesitz. Gold macht nun 4,4 % der Währungsreserven Ungarns aus.

Kurz zuvor hatte auch Polen seine Reserven deutlich aufgestockt (auf 117 Tonnen)

28,4 Tonnen Gold im Oktober gekauft

Die ungarische Zentralbank besaß vor der Aktion 3,1 Tonnen Gold und hat in den ersten zwei Oktoberwochen 28,4 Tonnen Gold hinzugekauft. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die ungarische Zentralbank zuvor 32 Jahre lang die Goldreserven nicht verändert hatte – weder durch Zukäufe noch durch Verkäufe. Ob die Goldkäufe auch in jüngsten Differenzen mit der EU zu suchen sind, wurde nicht bekannt gegeben.

 

Über 2000 400-Unzen Goldbarren gekauft

Die ungarische Zentralbank gibt an, das Gold überwiegend in 400-Unzen-Goldbarren gekauft zu haben, die im Interbanken-Handel üblich sind. Über 2000 solcher Barren kamen neu zu den staatlichen Beständen hinzu. Die Zentralbank veröffentlichte auch ein Bild eines Teils des Neuzugangs, – vermutlich um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen:

Goldbarren Ungarn Notenbank
Goldbarren  in der  Notenbank Ungarns

Privatanleger bevorzugen kleinere Goldbarren

Während institutionelle Anleger wie Zentralbanken häufig solche 400-Unzen-Goldbarren erwerben, sind bei deutschen Geldanlegern die Goldbarren-Größen von 100 Gramm bis 1kg am beliebtesten.

FED erhöht Zinsen erwartungsgemäß um 0,25% – Goldpreis unverändert

Die US Notenbank FED hat den Leitzins in der heutigen Mittwochsitzung erwartungsgemäß um 0,25% auf ein Niveau zwischen 1,75 % und 2,0% angehoben. Dies ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr. Bis Jahresende besteht die Möglichkeit weiterer Erhöhungen hieß es. Es wurde signalisiert, dass zwei weitere Erhöhungen dieses Jahr folgen können. Zuletzt lag die Rate im Spätsommer 2008 bei über 2%, als die Wirtschaft schrumpfte und die FED anschließend die Zinsen auf Null senkte.

Goldpreis unverändert

Kurz nach der Leitzinserhöhung (MEZ 20 Uhr) blieb der Goldpreis im europäischen Handel und im US-Handel unverändert bei 1103 €/oz, respektive bei 1299 US$/oz. Er stieg eher leicht an. Marktteilnehmer begründeten dies damit, dass diese Erhöhung wie auch ggf. eine weitere in dem derzeitigen Goldpreis bereits eingepreist ist.

Jerome Powell überraschte den Goldmarkt damit nicht

Notenbank-Chef Jerome Powell überraschte den Goldmarkt mit der Erhöhung also nicht, sondern reagierte erwartungsgemäß. Gemäß Powell sei die Wirtschaft auf einem soliden Kurs, die FED erwarte für 2018 ein Wachstum von 2,8%, die Zahl der Arbeitslosen erwarte man bei 3,6%. Die Inflationsrate für das laufende Jahr erwarte man bei 2,1% (nach bisher 1,9%).

Warum aus den USA viel für einen steigenden Goldpreis spricht

Der Goldpreis in Euro stieg die letzten Tage deutlich, zuletzt auf ein Niveau von knapp unter 1130 Euro/Unze. Der Goldkurs in US-Dollar ist mit rund 1300 $/oz noch etwas zurück. Das könnte sich aber bald ändern…

Notenbank FED ist der Schlüssel für den Goldpreis

Die US Notenbank FED will in den nächsten Monaten die Zinsschraube anziehen, bzw. hat dies zumindest angekündigt. Man will die Zinsen erhöhen und gleichzeitig die massive Liquidität, die man in die Märkte gepumpt hat, zurückschrauben. Abgesehen davon, dass dieses Unterfangen bekanntlich genauso schwierig ist, wie Zahnpasta zurück in die Tube zu drücken, sollte das Austrocknen der Märkte deutliche Spuren an den Börsen bei den Aktien und Anleihen hinterlassen. Auch die Immobilienmärkte werden bei steigendem Zins massiv beeinträchtigt: Käufer bekommen nur noch eingeschränkt Finanzierungen auf die Beine gestellt, was die Immobilienpreise sinken lässt.

Steigendes Handelsbilanzdefizit

In den USA hat man Probleme mit einem steigenden Handelsbilanzdefizit, was US Präsident Trump ja zu seinen Zoll-Ankündigungen verleitet hat. Ein steigender Ölpreis und Aktienkursrückschläge bei steigenden Zinsen können schnell die US-Wirtschaft abwürgen oder gar in eine Rezession drängen.

Goldpreis dann unterbewertet

In einem solchen Szenario sieht beispielsweise der Ökonom Ronald Stöferle ein Potential für einen Goldpreis-Ausbruch auch bis über 1800 Dollar/Unze. Selbst ohne Konjunktureinbruch in den USA wäre ein Goldpreis-Spanne von 1400 bis 2300 gemäß Stöferle möglich, wenn sich die US Geldpolitik nicht vollkommen normalisiere. Nur wenn es der FED wider Erwarten gelänge, die in die Märkte gepumpte Liquidität vollständig wieder einzusammeln und die Zinsen zu erhöhen, ohne die Aktienmärkte einstürzen zu lassen, könnte der Goldpreis auch wieder fallen, – allerdings auch nur bis in Regionen der Förderkosten für eine Feinunze Gold, die je nach Betrachtung auch zwischen 900 und 1000 Dollar pro Unze liegen. Dieses Kunststück für die US Notenbank gilt jedoch als ausgesprochen schwierig und ist bisher in der Geschichte der Zentralbanken noch nicht gelungen.

US Präsident Trump sorgt weiter für Unruhe

US Präsident Trump hat bislang unter Beweis gestellt, dass er viel ankündigt und nur in Teilen umsetzt. Es wird zwar die Umsetzung angekündigt, aber auf eine Mauer zu Mexiko, die von Mexiko bezahlt bezahlt, warten selbst Trump-Anhänger bisher vergeblich. Ob US Präsident Trump, um den sich aktuell diverse Ermittlungen ranken, überhaupt die Legislaturperiode unbeschadet übersteht, gilt noch nicht als sicher. Als sicher gilt aber, dass er auch weiterhin für Überraschungen sorgt. Ein Zusage/Absage/Zusage-Spiel mit Nordkoreas Machthaber dürfte da noch zu den harmloseren Vorgängen gehören. Insoweit ist davon auszugehen, dass Anleger weltweit aus Vorsichtsgründen auch weiterhin zum Gold greifen werden.

 

Türkei zieht Gold von der FED New York ab

Glaubt man Medienberichten der türkischen Zeitung Hurriyet, so hat die türkische Zentralbank das Gold, welches bei der amerikanischen Zentralbank FED in New York lagerte, dort abgezogen. 28,6 Tonnen seien aus der FED in New York aus Sicherheitsgründen abgezogen worden und lageten jetzt bei der Bank of England und der Bank für internationalen Zahlungsausgleich.

Gold im Focus der türkischen Zentralbank

Auch türkische Geschäftsbanken hätten Gold bei der türkischen Zentralbank hinterlegt, die daraus u.a. 38,3 Tonnen bei der Bank of England deponierte und 63,8 Tonnen an der Istanbuler Börse. Insgesamt beträgt die Goldreserve der türkischen Zentralbank aktuell 591 Tonnen, weist das World Gold Council aus.

Goldimporte sorgen für Handelsbilanzdefizit

Im letzten Jahr habe die Türkei Gold für rund 9,9 Milliarden Dollar importiert, was mit zu dem türkischen Handelsbilanzdefizit beigetragen habe. Ein Problem, was auch Indien hat.

FED weist niedrigere Bestände aus

Die US Notenbank weist tatsächlich eine Abnahme des gelagerten Goldes aus. Die bisher bekannten Berichte für Januar und Februar 2018 weisen insgesamt einen Rückgang von 15,46 Tonnen Gold auf. Möglicherweise sind dies die abgezogenen türkischen Goldbestände, die im März dann weiter reduziert wurden.