EZB lässt Zinsen bei 0,0 Prozent – was Mario Draghi heute sagte

Die EZB hat die Zinsen auch in der heutigen Ratssitzung nicht erhöht. Sie bleiben bei 0,0 Prozent. Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank bekräftigte heute noch einmal, dass dies auch mindestens bis über den Sommer 2019 so bleiben solle.

Keine Zinsen für deutsche Sparer

Auch weiterhin dürfen deutsche Sparer also von Ihrer Bank keine nennenswerten Zinsen auf Sparbücher, Sparbriefe oder Festgelder erwarten.

Negativzinsen für Banken

Kreditinstitute, die Geld bei der EZB auf Konten haben, bekommen auch weiterhin dafür 0,4% Strafzinsen berechnet (Negativzinsen: -0,4%). Ein Grund dafür, dass so manche Bank auch Privatkunden oder Geschäftskunden anschreibt und bittet, nicht so viel Geld auf dem Konto zu lassen oder auch dafür eine Gebühr erhebt.

15 Milliarden Euro monatlich für Anleihen

In den nächsten Monaten will man pro Monat für je 15 Milliarden Euro (!) Anleihen vom Markt aufkaufen. Dieses Anleihekaufprogramm soll dann aber zum Jahreswechsel auslaufen. Bis Ende 2018 wird die EZB dann Anleihen für rund 2,6 Billionen Euro (!) gekauft haben.  Allerdings will man auch nach dem Jahreswechsel aus fälligen Einnahmen wieder neue Anleihen kaufen.

Draghi und Italien

Der Italiener Mario Draghi machte deutlich, dass die EZB das italienische Haushaltsproblem nicht finanzieren werde. Dies übersteige das Mandat der EZB. EU-Vorgaben für Italien müsse man überwachen und diese müssen eingehalten werden.

Draghi und der Abschwung

Der EZB-Präsident ist ferner der Auffassung, dass es in der EU keinen Abschwung gebe, sondern nur der Aufschwung an Dynamik verloren habe. Schwächelnde Exportzahlen und Probleme in der Automobilindustrie räumte er auf Nachfrage jedoch ein.

Draghi und seine Amtszeit

Die Amtszeit von Mario Draghi endet im Oktober 2019. Bis über den Sommer hinaus will er die Zinsen auf Null halten. Da sein Nachfolger noch nicht bestimmt ist, ist auch noch nicht klar, was nach der achtjährigen Amtszeit Draghis mit den Zinsen passiert.

Sparer verlieren Geld

Da die deutschen Sparer eine Inflation von aktuell 2,1% erdulden müssen, aber keine Zinsen auf Sparguthaben erhalten, verlieren sie netto Vermögen. Bis mindestens über den Sommer nächsten Jahres soll dies auch so bleiben.

Sparer setzen auf Gold

Einige Sparer setzen statt auf Nullzinsen lieber auf Gold und investieren in Goldbarren oder mehrwertsteuerfreie Goldmünzen, um der Inflation ein Schnippchen zu schlagen.

 

Zentralbank in Ungarn kauft kräftig Gold – Verzehnfachung der Bestände

Ungarns Zentralbank hat die Verzehnfachung der Goldbestände angekündigt, man sei mittlerweile bei 31,5 Tonnen Gold im Staatsbesitz. Gold macht nun 4,4 % der Währungsreserven Ungarns aus.

Kurz zuvor hatte auch Polen seine Reserven deutlich aufgestockt (auf 117 Tonnen)

28,4 Tonnen Gold im Oktober gekauft

Die ungarische Zentralbank besaß vor der Aktion 3,1 Tonnen Gold und hat in den ersten zwei Oktoberwochen 28,4 Tonnen Gold hinzugekauft. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die ungarische Zentralbank zuvor 32 Jahre lang die Goldreserven nicht verändert hatte – weder durch Zukäufe noch durch Verkäufe. Ob die Goldkäufe auch in jüngsten Differenzen mit der EU zu suchen sind, wurde nicht bekannt gegeben.

 

Über 2000 400-Unzen Goldbarren gekauft

Die ungarische Zentralbank gibt an, das Gold überwiegend in 400-Unzen-Goldbarren gekauft zu haben, die im Interbanken-Handel üblich sind. Über 2000 solcher Barren kamen neu zu den staatlichen Beständen hinzu. Die Zentralbank veröffentlichte auch ein Bild eines Teils des Neuzugangs, – vermutlich um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen:

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Goldbarren  in der  Notenbank Ungarns

Privatanleger bevorzugen kleinere Goldbarren

Während institutionelle Anleger wie Zentralbanken häufig solche 400-Unzen-Goldbarren erwerben, sind bei deutschen Geldanlegern die Goldbarren-Größen von 100 Gramm bis 1kg am beliebtesten.

3/4 der Schweizer stimmen gegen Vollgeldsystem – Geldmenge wird weiter wachsen

In der Schweiz wollte eine Vollgeldinitiative das Geldsystem revolutionieren, – in einer Volksabstimmung stimmten aber 3/4 der Schweizer gegen eine Vollgeld-Reform.

Um was geht es bei der Vollgeld-Initiative?

Die Schweizer Zentralbank, dort Nationalbank genannt, sollte zukünftig alleine Geld schöpfen können. Zwar ist sie auch bisher schon für den Banknotendruck verantwortlich, doch rund 90% des geschöpften Geldes kommt in der Schweiz zustande, weil Geschäftsbanken  z.B. Kredite vergeben. Dies wollte die Initiative verändern: Zukünftig sollte nur noch die Zentralbank Geld schöpfen können, damit wäre das Buchgeld, also das Geld auf Konten genauso sicher wie Papiergeld.

Kritiker sahen die Wirtschaft in Not

Kritiker haben moniert, dass man damit ggf. die Ausdehnung der Geldmenge und damit vielleicht auch Inflation bekämpfen könne, aber der Wirtschaft damit stark schade, weil diese dann schwerer oder gar nicht mehr an Kredite komme.

Vollgeld-System gibt es bisher nirgendwo

In keinem Staat der Welt gibt es bisher ein Vollgeld-System, die Schweiz wäre das erste Land gewesen. Auf solche Experimente wollte sich die Bevölkerung in der Schweiz wohl nicht einlassen und lehnte in allen Kantonen das neue System ab.

Initiatoren enttäuscht

Die Initiatoren der Vollgeld-Initiative sind enttäuscht und sehen sich von einer massiven Gegenkampagne von Politik und Banken zurückgedrängt. Eine niedrige Wahlbeteiligung von nur 34% habe zudem geschadet. Aber immerhin hat man einen Achtungserfolg erzielt: Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung war dafür.

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Auch in der Schweiz wächst seit 2017 die Geldmenge wieder kräftig.
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Vor allen Dingen die Geldmenge auf Konten wächst in der Schweiz seit 2009 stetig an – wie in vielen Staaten – über Nacht auf Konten geschöpft. Aus dem Nichts.

 

 

Zentralbank von Japan entschuldigt sich für Golddieb im eigenen Haus

Die Bank of Japan, die Zentralbank Japans hat sich in einer offiziellen Mitteilung dafür entschuldigt, dass anzunehmen ist, dass einer ihrer Mitarbeiter lange Finger in Sachen Gold bekommen hat. Die Bank hat den Verdacht, dass einer ihrer Angestellten Goldmünzen im Wert von ca. 1,55 Millionen Yen (ca. 12.000 Euro)  im Hauptsitz der Zentralbank in Tokyo gestohlen hat.

Strafanzeige erstattet

Die Zentralbank habe den Mitarbeiter inzwischen aus dem sicherheitsrelevanten Bereich entfernt und Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Bei einer routinemäßigen Kontrolle am 10.4. fiel bereits auf, dass mindestens zwei Goldmünzen (50.000 Yen Nennwert) fehlten. Bei näherer Kontrolle kam erhaus, dass mindestens 16 Münzen entwendet worden sind darunter einige 100.000 Yen-Goldmünzen, die 1990 zur Thronbesteigung des Kaisers Akihito im Jahr zuvor ausgegeben worden waren.

Recherchen lenken Verdacht auf einen Mitarbeiter

Die angestellten Recherchen und Befragungen der Mitarbeiter haben ergeben, dass es als wahrscheinlich gelten darf, dass die Münzen von einem bestimmten Mitarbeiter der Währungsausgabe-Abteilung (Nihonbashi Currency Issue Division) gestohlen wurden. Wie in Japan üblich, entschuldigte sich die Bank als Arbeitgeber für das Fehlverhalten des Angestellten gegenüber der Öffentlichkeit und wird den Angestellten entsprechend disziplinieren, sobald auch die unabhängige Untersuchung der Polizei zum selben Ergebnis kommt.

Schweizer Nationalbank SNB macht mit Gold Gewinn von 2,2 Milliarden Franken

Die Zentralbank der Schweiz, die Schweizer Nationalbank hat im ersten Quartal 2017 alleine mit dem Goldbestand einen Gewinn von 2,2 Milliarden Franken gemacht. Verkauft wurde das Gold jedoch nicht. Es ist aber zum Ende des Quartals 2,2 Milliarden Franken mehr wert.

Zu Ende März wurde ein Kilogramm Gold mit 40.045 Franken gehandelt – gegenüber 37.885 Franken zum 31.12.2016. Die Schweizer Nationalbank setzt auch zukünftig auf Gold und will das Gold nicht verkaufen.

Mit Zinspapieren 1,6 Milliarden verloren

Die SNB hat im letzten Quartal hingegen mit Zinspapieren und Zinsinstrumenten 1,6 Milliarden Franken verloren. Insgesamt über alle Anlagen konnte die Nationalbank einen Gewinn für das erste Quartal von 7,9 Milliarden Franken ausweisen, wovon Gold 2,2 Milliarden beisteuerte.

Maßgeblich trug auch die Spekulation auf Fremdwährungen zum Erfolg bei, hier konnten 5,3 Milliarden Franken erwirtschaftet werden.

Goldbarren statt Vrenelis

Die Schweizer Nationalbank hat das meiste Gold in Form von Goldbarren angelegt und nicht in  Gold-Vrenelis, die unter Geldanlegern so beliebt sind.

Schweizer Gold lagert in der Schweiz

Das meiste Gold des 1040 Tonnen umfassenden Goldbestands der Schweizer Nationalbank lagert in der Schweiz selber, nämlich 70%. Etwa 20% lagern bei der Bank of England und 10% bei der Bank of Kanada. In den USA hat die Schweizer Nationalbank kein Gold gelagert.