Chinesen und Russland kaufen Gold wie verrückt

Das Goldförderland Australien hat die Goldexporte nach China bekannt gegeben: Demnach wurden im ersten Quartal 2017  57,4 Tonnen Gold von Australien nach China (incl. Hong Kong) exportiert, dies ist nach 37,2 Tonnen im Vorjahresquartal eine drastische Steigerung und so viel wie in keinem Q1 der letzten 10 Jahre.

77% des australischen Goldes wird von China gekauft

Mittlerweile kaufen die Chinesen 77% der australischen Goldexporte auf. Von 75 Tonnen exportierten Goldes im ersten Quartal diesen Jahres also 57,4 Tonnen, nächstgrößerer Abnehmer der australischen Exporte ist Großbritannien mit abgeschlagenen 7 Tonnen Gold.

Australien exportiert mehr Gold als es fördert

Australien exportiert seit Jahren mehr Gold als es selber fördert, so wurden in 2016 in ganz Australien 288 Tonnen Gold gefördert, aber 329 Tonnen Gold exportiert. Dies liegt zum einen an der erfolgreichen Perth Mint, die Goldprodukte in die ganze Welt exportiert und an der starken chinesischen Goldnachfrage.

Russland kauft weiter massiv Gold

Alleine im Juni hat Russland rund 300.000 Unzen Gold zu den Staatsreserven hinzugefügt, – der grösste Teil dürfte aus eigener Goldförderung gewesen sein.

Russland hält mittlerweile 1716 Tonnen Gold über die Bank of Russia als Staatsbestand und ist damit weltweit der sechstgrößte staatliche Bestandshalter in Sachen Gold. Sollte China tatsächlich die letzten Monate keine neuen Käufe zu den bekannten 1842 Tonnen hinzu getätigt haben, ist Russland auf einem guten Wege, Chinas Bestände zu überholen. Russland hatte in den letzten Jahren pro Jahr die Goldreserven um ca. 200 Tonnen erhöht. Im ersten Halbjahr 2017 ist man nunmehr bei knapp mehr als  +100 Tonnen angelangt und damit auf einem guten Weg, die 200 Tonnen auch für 2017 zu erreichen.

Schweizer Goldexporte stark nach China und Indien

Die Schweiz hat im Juni 52 Tonnen Gold nach Hong Kong und 40 Tonnen nach China exportiert, zusammen also 92 Tonnen Gold, gefolgt von 27 Tonnen für Indien. Für China und Hong Kong bedeutet dies eine Steigerung um mehr als 40% gegenüber Vorjahr. Mittlerweile geht also nach China (incl. Hong Kong) mehr als die Hälfte der gesamten Goldexporte der Schweiz, die im Juni 161,89 Tonnen betrugen.

China und Indien bestimmen Goldpreis

Zukünftig wird also die Nachfrage aus Indien und China den Goldpreis bestimmen, das dort ein Großteil des weltweit geförderten und gehandelten Goldes landet: Entweder als Goldbarren, Goldmünzen oder Goldschmuck. Dies deckt sich auch mit den Erkenntnissen des World Gold Councils (WGC)

 

Gold kaufen ist in China teurer

Wegen der großen Goldnachfrage in China müssen die Investoren, die dort Goldmünzen kaufen oder Goldbarren erwerben wollen, Aufgelder auf den ansonsten international üblichen Goldpreis zahlen, weil die große Nachfrage nach physisch tatsächlich vorhandenem Gold dies rechtfertigt. Das World Gold Council hat dies für die Monate ab Januar 2015 einmal statistisch erfasst und erkannt, dass wegen der großen Nachfrage gerade in 2017 der erzielte Preis für Gold in China deutlich nach oben vom Rest der Welt abweicht:

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Für Gold erzielt man in China einen höheren Goldpreis als woanders

Solche höheren Aufgelder sind auch in Deutschland in der Vergangenheit aufgetreten: Beispielsweise zum Höhepunkt der Lehman-Krise wurden auch in Deutschland für sofort lieferbare Goldbarren und sofort lieferbare Goldmünzen höhere Aufgelder verlangt, weil die Nachfrage das Angebot deutlich überschritten hatte. Aktuell können Anleger Goldmünzen in Deutschland kaufen – ohne im Vergleich zu anderen Ländern höhere Aufgelder zahlen zu müssen. Gleiches gilt für den Kauf von Goldbarren.

Aktuelle Goldpreise in Euro und Dollar

Am Freitag nachmittag bewegte sich der Goldpreis in Euro um die 1074 Euro, – der Goldkurs in Dollar überschritt die Marke von 1250 $ und lag zuletzt bei 1252,40 $/oz. Silber notierte mit 16,47 $/oz ebenfalls etwas fester.

 

 

 

 

 

Russland kauft 200.000 Unzen Gold im April – Goldreserven weiter ausgebaut

Die Bank of Russia hat auch im April ihre Goldreserven weiter ausgebaut. Insgesamt kauften die Manager der russischen Zentralbank 200.000 Unzen Gold (6,2 Tonnen) für den staatlichen Bestand. Damit hat man die Tendenz weiter fortgesetzt, den russischen Goldbestand sukzessive weiter auszubauen und die russische Währung Rubel durch die hinterlegten Goldbestände international zu stärken.

Bereits im April hatte man 800.000 Unzen Gold (24,9 Tonnen) gekauft.

Russland ist drittgrößter Goldproduzent

Das Gold, was Russland den staatlichen Reserven zuführt, dürfte zum grössten Teil aus eigener Förderung stammen, – gilt Russland doch weltweit als drittgrößte Gold-Fördernation – nach China und Australien.

1686 Tonnen Goldbarren in Russlands Besitz

Die russische Zentralbank besitzt nunmehr nach offiziellen Informationen rund 1686 Tonnen Gold in Form von Goldbarren, zumeist 400-Unzen-Goldbarren, was in etwa 12,5 Kilogramm pro Barren entspricht. Damit liegt man nur noch 157 Tonnen hinter Chinas mächtigen Beständen zurück, wenn denn Chinas Auskünfte über die eigenen Goldreserven stimmen. Experten schätzen, dass China längt mehr Gold besitzt als offiziell angegeben wird. China will nach offiziellen Angaben seit Oktober letzten Jahres kein Gold mehr zur Zuführung zu staatlichen Reserven gekauft haben  – dies gilt nach einhelliger Meinung von Goldmarktkennern als unwahrscheinlich.

Die USA gelten nach wie vor mit 8133 Tonnen Goldbesitz als der weltgrößte Goldbestandshalter – wenn das Gold der USA denn noch da ist. Eine Vollaufnahme in Fort Know hat es seit Jahren nicht mehr gegeben, – die letzten Prüfungen fanden unter zweifelhaften Umständen statt.

Goldpreis weiter fest

Der Goldpreis ist weiter fest – notiert in US$ am frühen Montagmorgen bei 1253 $/oz, in Euro respektive bei 1122 Euro/oz, was an der starken Dollar-Euro-Relation von 1,1178 liegt.

Goldmünze im Wert von 17.000$ in Moskau gefunden

Ein glücklicher Amateur-Schatzsucher hat in Moskau in einem Fluss eine Goldmünze aus dem 17.Jahrhundert gefunden, deren Wert auf über 17.000 US$ geschätzt wird, womit bewiesen wäre, dass Gold auch über Jahrhunderte seinen Wert behält, – wenn nicht steigert. Die rund 400 Jahre alte Münze wurde im Fluss Yauza gefunden und dürfte aus der Zeit des russischen Zaren Boris Godunov, stammen, der von 1598 bis 1605 regiert hat. Die Münze kam damals gar nicht offiziell in Umlauf, sondern wurde nur militärischen Würdenträgern für besondere Verdienste geschenkt.

Moderne Anleger kaufen massiv Goldmünzen

Moderne Anleger müssen nicht warten, bis sie eine Goldmünze wegen militärischer Verdienste verliehen bekommen, sondern kaufen sich ganz einfach welche, so wurden im Jahr 2016 z.B. folgende Mengen an Goldmünzen an Geldanleger weltweit verkauft:

Weltweit wurden letztes Jahr fast 1000 Tonnen Gold an Geldanleger als Investmentgold in Form von Goldmünzen und Goldbarren verkauft.

Gold Eagle USA 1 Unzen Münzen - Millionenfach verkauft
Gold Eagle USA 1 Unzen Münzen – Millionenfach verkauft

 

Russland kauft 800.000 Unzen Gold

Die russische Zentralbank hat alleine im März rund 800.000 Unzen Gold für ihre staatlichen Bestände hinzugekauft. Dies entspricht einer Menge von über 24 Tonnen Gold. Ausweislich der Angaben der Bank of Russia hat die russische Zentralbank nunmehr einen Goldschatz von 54 Millionen Unzen Gold oder 1679 Tonnen. Gold nimmt an Russlands Währungsreserven mittlerweile knapp 17% ein. Seit 1.1.2017 hat Russland somit bereits 65,3 Tonnen Gold zu den Währungsreserven hinzugekauft.

Russland und China kaufen Gold

Wie die Grafik des World Gold Councils deutlich macht, kaufen vor allen Dingen Russland und China die letzten Jahre massiv Gold für ihre Zentralbank, um die Währung fester zu machen. Die obere Linie zeigt übrigens den relativ konstanten Goldbestand der Deutschen Bundesbank (wenn er denn noch komplett vorhanden ist).

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Russland baut wie China die letzten Jahre massiv Goldreserven auf

Russland könnte China vom Platz 5 verjagen

Wenn Russland so weiter Gold kauft, könnte es bald China vom Platz 5 der grössten Goldbestandshalter verjagen. Aktuell gelten die USA, Deutschland und Italien als die drei grössten staatlichen Goldbesitzer, gefolgt von Frankreich und China.

Hier eine Aufstellung, wer Anfang März auf der Welt wieviel Gold in seinen Währungsreserven vorhält (die Märzkäufe der russischen Zentralbank sind dort noch nicht berücksichtigt):

Statistik: Länder mit den größten Goldreserven (in Tonnen; Stand: März 2017) | Statista
Gold-Statistik zur Verfügung gestellt von Statista

 

Warum kaufen Zentralbanken Gold?

Zentralbanken wie die Bank of Russia kaufen Gold, um die eigene Währung zu stärken. Die Währung eines Landes, welches über große Goldreserven in der Zentralbank verfügt, gilt als stabil. Man kann das Gold notfalls wieder gegen die eigene Währung verkaufen. China beispielsweise häuft Gold massiv an, damit die Staatengemeinschaft vermehrt auch international in Yuan handelt und nicht in US-Dollar. Aktuell werden die meisten internationalen Verträge noch in US-Dollar oder Euro verhandelt, – dies möchte China ändern. Wer in China einkauft, soll zukünftig einen Preis in Yuan vereinbaren und in Yuan bezahlen. Der eigenen Währung möchte man durch einen großen Goldvorrat Glauben und Stabilität verleihen.

Vielleicht haben Zentralbanken aber einfach nur die Lektion gelernt, dass ihre Währungsreserven, die sie in fremden Währung vorgehalten haben, immer wertloser geworden sind und Gold hingegen stabil war, bzw. zur eigenen Währung sogar gestiegen ist.

Zentralbanken kaufen Gold in der Regel in sogenannten 400-Unzen-Goldbarren, Goldbarren mit einem Wert von über 400.000 Euro. Für den Privatanleger kommen in der Regel kleinere Goldbarren bis 1kg in Frage – oder aber Goldmünzen, die in der Regel im 1-Unzen-Bereich (31,1 Gramm) angesiedelt sein dürften.