Gleich fünf Banken wollen Goldhandelshaus Scotia Mocatta kaufen

Es ist schon erstaunlich: Da raten große Banken fast einhellig von ach so bösen Gold-Investments ab, – insgeheim kaufen sie dann aber doch selber Gold oder investieren in den Goldhandel. Glaubt man Goldhändlern in London und New York, wetteifern aktuell gleich fünf große Banken darum, den Goldhändler Scotia Mocatta kaufen zu dürfen.

Goldhandel der Scotia Mocatta unter Vorwürfen

Scotia Mocatta, einst die Goldhandelsabteilung der kanadischen Bank of Nova Scotia, war früher einer der weltweit größten Goldhändler und in dieser Eigenschaft auch Teilnehmer am berühmten Londoner Goldpreis-Fixing. Den Händlern von Scotia Mocatta war in der Vergangenheit vorgeworfen worden, an Manipulationen des Goldpreises und auch am Goldschmuggel beteiligt gewesen zu sein. Dem Vernehmen nach schweben immer noch immense Risiken aus möglichen Prozessen über dem Handelshaus. Der Vorwurf, den Goldpreis zwischen 2004 und 2013 widerrechtlich manipuliert zu haben, konnte bislang wohl nicht vollumfänglich aus dem Weg geräumt werden. Die Deutsche Bank hatte zu ähnlichen Vorwürfen einer Strafzahlung in Höhe von 98 Millionen Dollar zugestimmt, will dies aber nicht als Schuldeingeständnis gewertet sehen.

Auch die britische Barclays Bank hatte Strafzahlungen akzeptiert.

Fünf Banken bieten bis zu 1 Milliarde Dollar

Dem Vernehmen nach sollen bis zu 5 Banken Beträge bis zu 1 Milliarde Dollar für den Goldhandel der Scotia Mocatta bieten. Daraus wird man schließen dürfen, dass zumindestens die bietenden Banken in der Zukunft dem Gold eine steigende Bedeutung beimessen. Vielleicht sehen sie auch schon selber ein Ende des Papiergeldsystems kommen. JP Morgan soll den Verkaufsprozess begleiten.

Interesse an ScotiaMocatta sollen insbesondere die folgenden fünf Parteien bekundet haben:

  • GOLDMAN SACHS
  • Sumitomo (Japan)
  • ANZ Bank (Australien)
  • 2 chinesische Banken

Scotia Mocatta – 3 Jahrhunderte Geschichte

Die Wurzeln der ScotiaMocatta gehen bis ins Jahr 1671 zurück, – der Goldhandel blickt dort also auf mehr als 3 Jahrhunderte zurück. Angefangen hat man in London mit Schwerpunkt auf den Diamanten-Handel durch Moses Mocatta, begleitet durch Gold und Silber. Aktuell hat man noch mehr als 160 Angestellte in 10 Büros weltweit. Den möglichen Aufkäufern dürfte es vor allen Dingen um die Kontakte zu Goldproduzenten und Gold-Großabnehmern gehen, die ScotiaMocatta sicherlich vorzuweisen hat.

ScotiaMocatta war früher ein maßgeblicher Käufer von Goldmünzen wie Krügerrand, Maple Leaf und Wiener Philharmoniker, hat aber auch eigene Goldbarren (Scotiabank) vertrieben.

Gold zu kaufen scheint – dem Kaufinteresse der fünf Großbanken nach – auch in der Zukunft eine eher zunehmende Bedeutung zu erlangen, sonst würden Großbanken kaum mit solch immensen Beträgen in diesen Markt einsteigen wollen.

Vermögensverwalter Jörg Jubelt: Goldpreis kann bis Jahresende 2017 deutlich zulegen

Die jetzigen Goldpreise sind Kaufkurse, meinen nicht nur langjährige Goldkunden, sondern auch Analysten und Vermögensverwalter.

Jörg Jubelt, Vermögensverwalter vom PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, der nach Stationen bei der Deutschen Bank und der UBS für die Verwaltung großer Vermögen bei der Düsseldorfer Vermögensverwaltung verantwortlich zeichnet, sieht gute Chancen für einen steigenden Goldkurs bis Jahresende. Dies hat er ggü. Investment.com geäußert. Angesichts volatiler Märkte kann er sich bis Jahresende einen deutlich zulegenden Goldpreis vorstellen, der auch wichtige Widerstandsmarken bricht.

Gründe für mögliche positive Goldpreisentwicklung

Jubelt sieht die Gründe eines möglichen Goldpreis-Anstiegs vor allen Dingen in dem weiteren Schicksal des US-Präsidenten, Problemen in Italien (politisch und im Bankensystem), der Krise in Korea und einem Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien, was auch Einfluss auf den Ölpreis haben könnte.

40% Wahrscheinlichkeit für Trump-Absetzung

Jubelt sieht die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Trump-Absetzung, die zu Verwerfungen und einem deutlichen Anstieg des Goldpreises führen dürfte, bei 40%.

Goldman Sachs erhöht Goldpreisprognose für 2017

Die fast schon standardmäßig negativ für Gold eingestellte US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Goldpreisprognosen angehoben.  Bisher hatte die US-Bank für drei, sechs und zwölf Monate Prognosen für den Goldpreis in Höhe von 1200 $, 1180 $ und 1150 $ gestellt, was deutlich unter dem jetzigen Niveau wäre. Offensichtlich hat die Bank gemerkt, dass dies an der Realität vorbeigehen dürfte und hat die Prognosen auf immer noch bärige 1260 $, 1261 $ und 1250 $ angehoben, was in der Praxis bedeutet, dass Goldman Sachs einen weiteren Goldpreis-Rücksetzer für unwahrscheinlich hält und deshalb die Vorhersage der Goldpreisentwicklung um je ca. 50-60$ je Unze angehoben hat.

Goldman Sachs begründet die positivere Einschätzung für Gold mit den niedrigen Zinsen in den USA, fehlenden Alternativen am Kapitalmarkt der schlechten Rendite von Anleihen und der wohl nicht mehr ausbaubaren Minenkapazität im Bereich der Goldminen.

Preise für physisches Gold steigen in Indien

Wegen der großen Nachfrage nach Gold stiegen in den letzten Tagen die Aufgelder für physisches Gold in Indien auf einen 7-Monats-Höchststand. Ab 1.7. soll in Indien eine neue Steuer auf Gold eingeführt werden, vorher brach noch eine Riesen-Nachfragewelle in Indien über die Goldhändler herein. Auf Gold soll zukünftig eine 3%-Steuer (goods and services tax) erhoben werden, die eine bisherige 1,2%-Steuer ablöst.

Die Aufgelder auf eine Feinunze Gold waren in Indien auf 10$ über dem Weltmarktniveau gestiegen, weil die Nachfrage so groß war. Indien musste alleine im Mai 103 Tonnen Gold importieren, was VIERMAL so viel wie im Vorjahr war, um der Nachfrage Herr zu werden. Indien gilt als weltweit zweitgrößte Goldkauf-Nation (nach China).

Auch in China stiegen die Aufgelder für physisch vorhandenes Gold auf ca. 10$ über Weltmarktniveau, weil die Nachfrage so groß ist.

Gold kaufen auf niedrigem Niveau auch in Deutschland

Auch in Deutschland nutzten zahlreiche Anleger die letzten Tage die niedrigen Goldpreise zum Positionsaufbau und zur Erweiterung des persönlichen Goldbestands. Vor allen Dingen Tubes mit Krügerrand Goldmünzen und Maple Leaf Goldmünzen wechselten zahlreich den Besitzer. Die Käufer von Goldbarren hielten sich in etwa die Waage mit denjenigen Anlegern, die einen Kauf von Goldmünzen vorzogen.