Goldpreis steigt – nachdem Trump Zölle für Mexiko verkündete

Der Goldpreis zieht aktuell kräftig an, am Montag Morgen liegen die Notierungen im europäischen Handel bei 1176 Euro pro Feinunze Gold, respektive bei 1314 $/oz. Damit wurden wichtige Hürden wie z.B. die 1300$-Linie überschritten.

US Zoll-Streit mit China und Mexiko wohl ausschlaggebend

Unter Edelmetallhändlern werden die Zölle, die US Präsident Trump verhängte und deren internationale Auswirkungen als Ursache genannt. Zuletzt stand der Goldpreis am 27.März mit 1312$/oz ähnlich hoch, was aktuell sogar überschritten wird. Weltweit fliehen Anleger offensichtlich in den sicheren Hafen Gold. US Präsident Trump hatte Ende letzter Woche einen Sonderzoll auf alle Waren aus Mexiko in Höhe von 5% angekündigt. Die Ankündigung zeigte, dass niemand vor Trumps Sonderzöllen sicher sein kann. Trump kündigte überdies an, die Zölle jeden Monat um weitere 5% zu erhöhen, bis diese auf 35% kommen, – wenn Mexiko nicht den Zustrom von Migranten über die mexikanische Grenze zu den USA stoppe.

China droht mit Export-Stop von seltenen Erden

Zuvor hatte China den USA gedroht, den Export von seltenen Erden in die USA zu stoppen. Seltene Erden sind z.B. existenzieller Bestandteil aller modernen Smartphones und Tablets. Aus China kommen nach Expertenschätzungen mindestens 80% des weltweiten Bedarfs, – damit hat das Land eine Art Monopolstellung.

SPDR Gold Trust auch mit Zuflüssen

Auch Papiergold-Anlagen finden Zufluss, so legte am Freitag letzter Woche bereits der SPDR Gold Trust um 0,32% auf 743,21 Tonnen zu.

Andrea Nahles Rücktritt sorgt für zusätzliche Unsicherheit am deutschen Markt

Auch im deutschen Edelmetallmarkt traten bereits am Wochenende deutlich gestiegene Ordereingänge im Onlinehandel auf, nachdem bekannt wurde, dass die SPD-Chefin Andrea Nahles sowohl den Partei- wie auch Fraktionsvorsitz niederlegen werde. Dies führt zu Spekulationen, ob die deutsche Bundesregierung, zusammengesetzt aus der Koalition zwischen SPD und CDU überhaupt weiter Bestand hat. Nach den Erfahrungen aus Österreich scheinen Anleger Skepsis zu haben und flüchten in den sicheren Hafen Gold. Besonders gefragt waren Goldbarren und die klassischen Anlagemünzen wie der Krügerrand.

Donald makes Gold great again – Goldpreis steigt im Umfeld des Handelskriegs

Weltweit haben die Anleger diese Woche verstärkt Gold gekauft, auch am heutigen Tag. US-Präsident Donald Trump macht mit seiner Einführung von Strafzöllen vielen Anlegern und Politikern Angst. Darüber tröstet auch nicht die Aussetzung von Strafzöllen gegen die EU, die nur temporär bis 1.5.2018 ausgesetzt wurden.

Alles fällt, Gold steigt

Aktienkurse, Anleiherenditen und auch der Kurs des Dollars fiel diese Woche, aber Gold steigt. Am Freitagnachmittag stieg der Goldpreis in Euro im deutschen Handel auf über 1092 €/oz, lag damit rund 10 Euro über den Vortagsnotierungen. Auch der Goldkurs in Dollar stiegt um 15,50$ auf 1348 $/oz.

Der Dax notierte mit 11.940 Punkten 159 Punkte oder 1,32% schwächer als am Vortag, der CAC40-Index in Paris notierte ebenfalls 1,07% schwächer, zuvor hatte am Morgen Tokyo mit dem Nikkei-Index 4,51% Verlust eingefahren (20.617 Zähler). Auch deutsche Anleihen fielen leicht. Selbst für zehnjährige Bundesanleihen liegt die Rendite mittlerweile nur bei 0,53%. Kein Wunder, dass sich immer mehr Anleger für Gold entscheiden. Der Euro wurde zuletzt mit 1,2346$ gehandelt, nachdem er am Morgen noch knapp über 1,2300 gelegen hatte. Der Dollar sackte ggü. fast allen anderen wichtigen Währungen ab.

Nicht einmal Zinserhöhungen konnten Goldpreis-Anstieg stoppen

Der Markt bewertet die Wirtschaftsprobleme durch den US-Handelskrieg offensichtlich schwerer als die FED-Entscheidung über gestiegene Zinsen. Die Zinserhöhung der US-Zentralbank konnte den Anstieg des Goldpreises nicht bremsen, so verunsichert sind die Anleger weltweit.

China hat Vergeltungsmaßnahmen angekündigt

Auf die Ankündigung von US-Strafzöllen gegen China und andere Länder hat China nunmehr reagiert und seinerseits Strafzölle im Volumen von rund 3 Milliarden Dollar angekündigt, u.a. auf US-Schweinefleisch (25%) und auf Stahlrohre, Früchte und Wein je 15%. 128 verschiedene Produktgruppen umfasste die Liste, die China in Aussicht gestellt hat, wenn die USA an der Einführung von Strafzöllen festhalten. Trump hatte Strafzölle im Volumen von 60 Milliarden Dollar gegen China angekündigt, seine Berater hätten 60 Tage Zeit, eine exakte Liste auszuarbeiten, verkündete das Weiße Haus.

EU bei Zöllen nur während Schonfrist ausgenommen

Ab diesem Freitag beginnt die Zollpflicht für bestimmte Produkte, die in die USA gebracht werden sollen. Nach Interventionen hat sich US-Präsident Trump breitschlagen lassen, die EU(28 Länder), Kanada, Mexiko, Australien, Argentinien und Südkorea bis zum 1.5.2018 vorrübergehend davon auszunehmen, um den betroffenen Ländern die Möglichkeit zu geben, eigene Zölle abzubauen oder Gegenleistungen zu erbringen. Eine Arbeitsgruppe aus EU- und US-Abgesandten soll bis 1.5.2018 eine Lösung erarbeiten.

China kauft so viel Gold wie lange nicht mehr aus der Schweiz

Offenbar setzen auch die chinesischen Anleger immer noch verstärkt auf Gold: Im Februar importierte China alleine aus der Schweiz 66 Tonnen Gold, dies ist fast die Hälfte aller Schweizer Goldexporte im Februar (146 Tonnen). Addiert man Hongkong und Indien zur chinesischen Goldnachfrage aus der Schweiz, kommt man auf 113 Tonen, die im Februar aus dem Alpenland Richtung Asien wanderten. Indien und China gelten weltweit als die größten Goldnachfragenationen.

US Staatsverschuldung größer als alle anderen Länder der Welt zusammen

Die Staatsverschuldung der USA ist auf rekordverdächtigen 21,03 Billionen (!) Dollar angekommen. Diese Zahl ist größer als alle anderen bekannten Staatsschulden der Länder dieser Welt. Die Schuldenobergrenze der USA, die eigentlich bei 19,84 Billionen Dollar lag, war im September 2017 vom Kongress ausgesetzt worden. Mehr als 1,1 Billionen Dollar sind seitdem hinzu gekommen. Die USA haben bereits angekündigt, dieses Jahr vermutlich eine weitere Billion neuer Schulden aufzunehmen. Bei diesen Zahlen wird klar, dass der US-Staat nur wenig Freude an höheren Zinsen in den USA haben wird, – was den Spielraum der FED einschränken dürfte, die Zinsen deutlich zu erhöhen.

Ähnlich wie beim Zusammenbruch der Lehman Brothers befürchten Anleger, dass ein solches schuldenfinanziertes System, bei dem die Neuverschuldung so stark steigt, irgendwann zusammenbricht.

Worauf setzten deutsche Anleger heute?

Edelmetallkäufer haben heute kräftig Anlagegold geordert, vor allen Dingen Maple Leaf und Krügerrand Goldmünzen

Gold wird als Krisenwährung, die nicht beliebig nachgedruckt werden kann, gesehen.

Goldmünze Maple Leaf
Statt auf bunt bedrucktes Papier (Papiergeld) setzen deutsche Edelmetallanleger vor allen Dingen auf Maple Leaf und Krügerrand Goldunzen.