Türkei verdreifacht Goldimporte in 2017

Der Goldhunger der Türkei scheint unter Präsident Erdogan gewachsen zu sein: Im letzten Jahr (2017) hat die Türkei insgesamt Gold im Gewicht von 370 Tonnen importiert, das ist mehr als dreimal so viel wie im Jahr zuvor. In 2016 betrugen die Goldimporte in die Türkei nur 106 Tonnen.

Türken geben das Gold nicht her

In der Türkei wurden im letzten Jahr von der Regierung deswegen Anstrengungen unternommen, das Gold der Bevölkerung einzusammeln: So sollten die Türken ihr Gold bei der Bank abgeben und erhielten dann eine verzinsliche Gutschrift dafür. Allerdings hat das nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung tatsächlich gemacht. Die meisten Türken, die Gold in Form von Goldmünzen, Goldbarren oder Goldschmuck besitzen, haben dies schlichtweg einfach behalten.

Auch das Versprechen der Bank, dass man später, wenn man das wieder möchte, staatliches Gold der offiziellen türkischen Münzprägestätte im Gegenzug erhält, konnte die türkische Bevölkerung nicht animieren, dieses Angebot in nennenswerter Größenordnung in Anspruch zu nehmen. Die Aktion der staatseigenen Ziraat Bank blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Silver Institute sieht starke Silbernachfrage aus der Industrie

Das Silver Institute sieht in seiner jüngsten Auswertung für 2018 eine starke Nachfrage nach Silber aus der Industrie. Bereits in 2017 hat die industrielle Nachfrage nach Silber rund 60% des weltweiten Silberverbrauchs ausgemacht und wird nach Auffassung des Institutes in 2018 ähnlich stark sein.

92 Millionen Unzen Silber in der Photovoltaik

Im Jahr 2017 seien 92 Millionen Unzen alleine in der Photovoltaik verbaut worden. Die weltweite Zunahme des Bedarfs an photovoltaischen Anlagen wird die Silbernachfrage weiter anziehen lassen. Vor allen Dingen in China sei hier noch viel Nachholbedarf.

73 Millionen Unzen in Silbermünzen

Mit 73 Millionen Unzen steht die Nachfrage nach Silber durch Geldanleger und Münzsammler, die vor allen Dingen auf die Bullionmünzen wie Maple Leaf, Wiener Philharmoniker und australisches Känguru setzen, etwas hinter der Nachfrage aus der Solarindustrie. In 2017 war die Nachfrage nach den amerikanischen Eagle-Silbermünzen in den USA selber sehr schwach, wo sonst die größte Nachfrage zu verzeichnen ist. Anleger hätten dort vermehrt in boomende Aktienmärkte investiert. Für 2018 sieht man aber wieder eine steigende US-Nachfrage auch nach Silbermünzen.

Silberförderung 2017 erstmals gefallen

Nachdem über 14 Jahre die Silberförderung in den Minen jedes Jahr etwas ausgebaut werden konnte, ist die Förderung in 2016 erstmals um rund 1% gefallen. Für 2017 liegen die exakten Zahlen noch nicht vor, aber die Hochrechnungen ergeben einen weiteren Rückgang um 2% auf ca. 870 Millionen Unzen. Aus dem Edelmetallrecycling erwartet man für 2017 weltweit ca. einen Wert von 150 Millionen Unzen.

Angebotsdefizit an Silber

Insgesamt dürfte es auch in 2017 wieder einen leichten Überhang der Silbernachfrage zum Silberangebot geben, beides dürfte sich im Rahmen von rund 1 Milliarde Unzen für 2017 bewegen.

Silberpreis / Goldpreis

Der Silberpreis am Freitagnachmittag bewegte sich in Europa um 13,92 Euro/Unze, respektive 17,04 US$/oz.

Der Goldpreis am Nachmittag betrug rund 1090 Euro/oz, in US-Dollar bewegte sich der Kurs zuletzt um 1334 $/oz.

 

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