Wann geht der Goldpreis wieder über 1200 Dollar / Unze?

Der 13.August 2018 war der letzte Tag in diesem Jahr, an dem der Goldpreis über 1200 $/oz notierte, danach rauschte er – nach Ankündigungen von US-Präsident Trump zu neuen Zöllen im Verhältnis zur Türkei bis in die Region von 1170 $/oz.

Mittlerweile hat sich der Goldpreis schon wieder auf ein Niveau von 1186$/oz am heutigen Montag erholt, der Goldpreis in Euro war kurzfristig auch unter 1030 €/oz gerutscht, notiert am Montag Mittag aber schon wieder fester mit 1038 Euro pro Unze. Für den Krügerrand-Preis heißt dies aber immer noch, dass Anleger aktuell Krügerrand-Goldmünzen für unter 1100 Euro einkaufen können.

Geht der Goldpreis wieder über 1200$/oz ?

Innerhalb von nur einer Woche wird dies vermutlich ein zu großer Kurssprung nach oben sein, aber mittelfristig erwarten Analysten wieder ein Überschreiten der 1200er-Marke beim Goldpreis (in Dollar). Charttechnisch müsste der Goldpreis, der aktuell bei 1186$/oz liegt, auf unter 1171$ fallen, um weiter nach unten Richtung 1160$ zu marschieren, – dies sehen die Analysten aktuell aber eher nicht. Im Gegenteil: Das Überschreiten der Marke von 1180$ wird als sicheres Zeichen dafür angesehen, dass auch die 1200er-Marke wieder überschritten wird.

Physische Gold-Nachfrage zieht an

Fast einheitlich berichten deutsche Edelmetallhändler über eine anziehende physische Nachfrage nach Gold. Geldanleger kaufen in Deutschland massiv Goldbarren und Goldmünzen.

ABN Amro erwartet Stabilisierung Goldpreis

Die ABN Amro erwartet für die nächsten Wochen eine Stabilisierung von US-Dollar und Yuan, der im Handelsstreit mit den USA auch in Bewegung geraten war und auch eine Stabilisierung des Goldpreises.

Gold-Short-Positionen nehmen zu

Die zunehmenden Gold-Short-Positionen an der COMEX-Börse haben zugenommen, von 42.528 Kontrakten in der Vorwoche auf 66.116 Kontrakte in der aktuellen Woche. Das sind alles Händler, die Gold – ohne es zu besitzen – auf Termin verkauft haben, weil sie hoffen, es später billiger einzukaufen. Die Auswirkung ist jedoch, dass alle diese Händler das Gold irgendwann EINKAUFEN müssen (zumindestens auf dem Papier), was dann den Goldpreis nach oben bringen dürfte. Je mehr Händler also ’short‘ gehen, desto mehr Gold muss später eingedeckt werden, was die Preise für gewöhnlich anziehen lässt. Daraus zieht der eine oder andere Analyst die Vorhersage steigender Goldpreise.

Mehr als doppelt so viel Goldhandel in der Türkei

In der Türkei, die von einer Lira-Krise geschüttelt wird, boomt der Goldhandel: Statt wie sonst üblich, wurde nicht 17.000 Kontrakte im Tagesschnitt an der Istanbuler Goldbörse gehandelt, sondern 40.000. In Türkischen Lira gemessen ist der Goldpreis von März bis August um 30% gestiegen, was allerdings nur die Abwertung der türkischen Währung wiederspiegelt.

Erdogan selber hat zum Goldkauf aufgefordert

Erdogan selber hatte in 2016 die Bevölkerung aufgefordert, ihr Geld in Lira und Gold anzulegen und nicht in Dollar. Aktuell bemüht man sich in der Türkei, dass die Bevölkerung das Gold den Banken bringt, damit diese es benutzen können, um Lira zu kaufen. Davon macht die Bevölkerung aber nur in kleinem Rahmen Gebrauch. In der Türkei hat Gold eine große Tradition – war es doch das Königreich Lydien, wo im 7.Jahrhundert vor Christus die ersten Goldmünzen hergestellt worden sein sollen. Lydien befand sich dort, wo heute die Türkei liegt (Izmir/Mittelmeerküste/Kleinasien).

König Krösus war reich und erfand die Goldmünze

Glaubt man den Geschichtsforschern war der letzte König Lydiens, König Krösus (griechisch: Kroisos), sagenumworben reich. In den Städten Kleinasiens florierte der Tauschhandel. Kleinasien war rohstoffreich und man kassierte Tributzahlungen der griechischen Städte Ioniens. Im 7.Jahrhundert vor Christus ‚erfand‘ man dann dort die Goldmünzen, indem man auf kleine Gold-Klumpen (eine natürliche Mischung aus Gold und Silber) ein Siegelbild aufschlug und sie somit zu Münzen machte, die ein bestimmtes Gewicht und einen bestimmten Edelmetallgehalt garantierten.

König Krösus war der Erste, der Münzen in purem Gold schlagen ließ und nannte sie nach seinem Namen: ‚Kroiseios‘. In seinem Währungssystem gab es u.a. schwere Goldstater (10,6g) und leichte Goldstater (8,1g).

 

Goldpreis-Rutscher: ABN-AMRO: Kein Grund zur Sorge, weil…

Georgette Boele, Senior Edelmetallanalystin bei der ABN AMRO Bank hat es richtig zusammen gefasst: Der Goldpreis ist zurück gegangen, aber das ist kein Grund zur Sorge: Er geht auch wieder hoch.

Frau Boele hat eine lesenswerte Studie zum aktuellen Goldmarkt verfasst, die die Ausgangslage und den Ausblick umfassend analysiert. Wir erlauben uns, hier auszugsweise wiederzugeben:

Goldpreis: Ausgangslage:

Der Goldpreis hat am 11.April die 200-Tage-Linie nach oben durchbrochen, – am 17.April kam es sogar zu einem Höchststand von 1295$/oz. Allerdings sind danach die Notierungen für Gold um rund 5% gefallen – bis auf 1235$/oz (aktuell sogar 1228$), dies sind rund 5% Preisrückgang in US-Dollar pro Unze. Damit sind die Preise auch unter der aktuellen 200-Tage-Linie von 1256$/oz.

Zu Beginn des Jahres haben niedrige US Realzinsen und ein schwacher US-Dollar den Goldpreis gestützt, – ebenso wie Unsicherheiten hinsichtlich der Wahl in Frankreich und geopolitische Unsicherheiten z.B. in Nord-Korea.

Ein jüngst erfolgter leichter Anstieg der US-Realzinsen hat ebenso wie der US-Dollar Druck auf den Goldpreis ausgeübt. Anleger gehen überdies davon aus, dass am nächsten Sonntag in Frankreich ein EU-freundlicher Präsident gewählt wird. Daraus folgernd haben sie ihre Sicherer-Hafen-Investments vor allen Dingen in Yen und Gold reduziert, was zu sinkenden Goldpreis geführt hat.

Goldpreisentwicklung in 2017 kurzfristig und danach

Kurzfristig rechnet die ABN AMRO mit einer Seitwärtsbewegung und einem Oszillieren um den jetztigen Goldpreis herum , aber mit Goldpreis-Steigerungen bis Jahresende. US-Realzinsen werden in der Zukunft nur leicht steigen. Ein Ausverkauf bei Gold wird es die nächsten Monate nicht geben. Im Gegenteil: Es ist davon auszugehen, dass Anleger, die auf einen steigenden US-Dollar gesetzt haben, bei einer ersten Dollar-Ralley aus dem Dollar aussteigen und auf Gold umswitchen. Anleger nutzen Gold-Rücksetzer in der Regel für Käufe aus. Insbesondere institutionelle Anleger. Die möglichen FED-Zinserhöhungen dürften im aktuellen Goldpreis bereits bis 2018 eingepreist sein. Spätestens in 2018 dürfte der US-Realzins sinken und der Dollar schwächer werden (was Trump auch möchte, um den Export anzukurbeln). Dies wird den Goldpreis positiv beeinflussen. Die ABN AMRO gibt daher folgende Goldpreispreisprognosen ab:

  • Goldpreisprognose 2017 (Ende): 1300 US$/oz
  • Goldpreisprognose 2018 (Ende): 1400 US$/oz

Ausgehend von einem aktuellen Goldpreis in Dollar von 1227$/oz ergeben sich damit für Anleger interessante Perspektiven, die jetzt einsteigen und Gold kaufen. Aktuell steht Gold in Euro bei rund 1121 Euro/oz.

Gold kaufen auf niedrigem Niveau

Wer Gold auf diesem niedrigen Niveau kaufen möchte, findet hier eine Auswahl an:

Die ABN AMRO hat ihre Goldpreisprognosen sogar auf die Quartale heruntergebrochen und lässt sich daran messen. Ausgehend von einem aktuellen Goldpreis von 1227$/oz prognostiziert die Bank folgende Goldpreis für die nächsten Quartale:

  1. Q2 2017: 1.250$/oz
  2. Q3 2017: 1.263$/oz
  3. Q4 2017: 1.288$/oz
  4. Q1 2018: 1.313$/oz
  5. Q2 2018: 1.338$/oz
  6. Q3 2018: 1.363$/oz
  7. Q4 2018: 1.388$/oz
  8. Gold jetzt kaufen könnte sich lohnen – meint die ABN AMRO Bank