Russland kauft 800.000 Unzen Gold

Die russische Zentralbank hat alleine im März rund 800.000 Unzen Gold für ihre staatlichen Bestände hinzugekauft. Dies entspricht einer Menge von über 24 Tonnen Gold. Ausweislich der Angaben der Bank of Russia hat die russische Zentralbank nunmehr einen Goldschatz von 54 Millionen Unzen Gold oder 1679 Tonnen. Gold nimmt an Russlands Währungsreserven mittlerweile knapp 17% ein. Seit 1.1.2017 hat Russland somit bereits 65,3 Tonnen Gold zu den Währungsreserven hinzugekauft.

Russland und China kaufen Gold

Wie die Grafik des World Gold Councils deutlich macht, kaufen vor allen Dingen Russland und China die letzten Jahre massiv Gold für ihre Zentralbank, um die Währung fester zu machen. Die obere Linie zeigt übrigens den relativ konstanten Goldbestand der Deutschen Bundesbank (wenn er denn noch komplett vorhanden ist).

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Russland baut wie China die letzten Jahre massiv Goldreserven auf

Russland könnte China vom Platz 5 verjagen

Wenn Russland so weiter Gold kauft, könnte es bald China vom Platz 5 der grössten Goldbestandshalter verjagen. Aktuell gelten die USA, Deutschland und Italien als die drei grössten staatlichen Goldbesitzer, gefolgt von Frankreich und China.

Hier eine Aufstellung, wer Anfang März auf der Welt wieviel Gold in seinen Währungsreserven vorhält (die Märzkäufe der russischen Zentralbank sind dort noch nicht berücksichtigt):

Statistik: Länder mit den größten Goldreserven (in Tonnen; Stand: März 2017) | Statista
Gold-Statistik zur Verfügung gestellt von Statista

 

Warum kaufen Zentralbanken Gold?

Zentralbanken wie die Bank of Russia kaufen Gold, um die eigene Währung zu stärken. Die Währung eines Landes, welches über große Goldreserven in der Zentralbank verfügt, gilt als stabil. Man kann das Gold notfalls wieder gegen die eigene Währung verkaufen. China beispielsweise häuft Gold massiv an, damit die Staatengemeinschaft vermehrt auch international in Yuan handelt und nicht in US-Dollar. Aktuell werden die meisten internationalen Verträge noch in US-Dollar oder Euro verhandelt, – dies möchte China ändern. Wer in China einkauft, soll zukünftig einen Preis in Yuan vereinbaren und in Yuan bezahlen. Der eigenen Währung möchte man durch einen großen Goldvorrat Glauben und Stabilität verleihen.

Vielleicht haben Zentralbanken aber einfach nur die Lektion gelernt, dass ihre Währungsreserven, die sie in fremden Währung vorgehalten haben, immer wertloser geworden sind und Gold hingegen stabil war, bzw. zur eigenen Währung sogar gestiegen ist.

Zentralbanken kaufen Gold in der Regel in sogenannten 400-Unzen-Goldbarren, Goldbarren mit einem Wert von über 400.000 Euro. Für den Privatanleger kommen in der Regel kleinere Goldbarren bis 1kg in Frage – oder aber Goldmünzen, die in der Regel im 1-Unzen-Bereich (31,1 Gramm) angesiedelt sein dürften.

 

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