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Ex-UBS Banker wegen Vorwurf der Goldpreis-Manipulation festgenommen

Banken haben früher alle Vorwürfe einer Goldpreis-Manipulation oder gar künstlichen Goldpreis-Drückung weit von sich gewiesen, aber immer wieder wurden einzelne Banker wegen Teilnahme an illegalen Preisabsprachen verhaftet oder verurteilt. Die US-Behörden haben nun einen Ex-UBS-Goldhändler festgenommen, als er seine Freundin in New Jersey besuchen wollte.

Andre Flotron hatte für die Bank in der Schweiz und auch in Stamford, Connecticut gearbeitet. US-Behörden sind auf ihn gestoßen, als sie Ungereimtheiten bei der Preisfeststellung für Gold, Silber und andere Edelmetalle untersuchten. Ihm wird nun Betrug bei der Goldpreisfestsetzung vorgeworfen und ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Gefesselt im Bundesgericht vorgeführt

Der 54jährige Flotron wurde gefesselt einem Bundesgericht in Newark vorgeführt und kann vorerst nicht in die Schweiz zurückkehren, weil die Richter Fluchtgefahr sahen. Eine erste Anhörung soll am 22.September in Connecticut stattfinden. Sein Anwalt Marc Mukasey ist zuversichtlich, seinem Mandanten helfen zu können und verweist darauf, dass die Handlungsweise seines Mandanten in der Branche üblich gewesen sei, auch wenn der Staat dies nun kriminalisiere.

Raffinierte Methode mit großen Scheinorders

Vorgeworfen wird ihm, dass er zum Schein sehr große Orders in den Markt legte, die später aber storniert wurden. Die großen Orders entfalteten Wirkung, die dadurch genutzt wurde, um auf der Gegenseite Orders günstig ausführen zu können. Beispielsweise soll durch das In-den-Marktlegen riesiger Verkaufsorders der Goldpreis gedrückt worden sein, um dann günstig Gold einzukaufen. Nach den ausgeführten Einkäufen sei dann die künstlich erzeugte große Verkaufsorder wieder aus dem Markt genommen wurden. Hierbei hätte Flotron mit Verbündeten zusammen gearbeitet.

Anderer UBS-Mitarbeiter hat gezwitschert

Ein anderer UBS-Mitarbeiter habe den Justizbehörden im Rahmen eines Deals zahlreiche Informationen gegeben, die nunmehr zu den Ermittlungen gegen den festgenommenen UBS-Banker Flotron führten. Ähnlich wie bei der Kronzeugenregelung hat sich der ehemalige Kollege so eigene Strafmilderung erhofft. Nach Angaben des Kronzeugen habe Flotron bereits in 2008 ihm gezeigt, wie er – vermeintlich gesetzeswidrig – vorgehe, um den Goldpreis zu beeinflussen.

Flotron überrascht bei Festnahme

Flotron, der bereits vor 3 Jahren bei einer internen Untersuchung kooperativ gewesen sein will, war erstaunt, als er bei einem seiner Besuche bei seiner Freundin nunmehr festgenommen wurde. Er war in den letzten Jahren häufig zwischen Europa und USA gependelt und nie festgenommen worden.

Im Juni war bereits David Liew, ein früherer Deutsche Bank Händler, in Chicago schuldig gesprochen worden ebenfalls bezüglich illegaler Praktiken bei der Goldpreis-Feststellung.

Vor einer Verurteilung gilt natürlich immer die Unschuldsvermutung. Im konkreten Fall hat der vermeintliche Täter wohl die Taten eingeräumt, hat nur eine vom Gericht abweichende Auffassung hinsichtlich der Strafbarkeit.

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