Auch Österreich holt Gold zurück nach Wien

Was die Bundesbank in Deutschland ist, ist die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in Österreich. Die OeNB als Zentralbank Österreichs hat die letzten Jahre auch Gold aus Zentralbankbeständen heim nach Wien geholt.

Österreich besitzt 280 Tonnen Gold

Österreichs Goldbestand ist seit dem Jahr 2007 unverändert 280 Tonnen, zumeist in Form von Goldbarren. Im Jahr 2015 hat man bereits 15 Tonnen Gold aus dem Ausland zurück nach Österreich befördert. Im Jahr 2017 hat man bis jetzt weitere 35 Tonnen Gold nach Österreich geholt. Damit hat man ein Zwischenziel von 65 zurückgeholten Tonnen erreicht.

In 2018 nochmal 25 Tonnen Gold

Bis Herbst 2018 will man weitere 25 Tonnen Gold aus dem Ausland zurückholen, sodass man dann insgesamt 90 Tonnen repatriiert hätte. Zusammen mit den 50 Tonnen Gold, die ohnehin schon in Wien gelagert waren, hätte man dann mit 140 Tonnen genau die Hälfte des österreichischen Goldes in Wien und die andere Hälfte im Ausland, vor allen Dingen an den großen Goldhandelsplätzen London und Zürich.

Ursprünglich war vorgesehen, die Hälfte des Goldes bis 2020 zurückzuholen. Bei einer Erreichung des Ziels in 2018 wäre man etwas schneller am Ziel. Von den 140 Tonnen Gold in Österreich sollen nach letzter Planung ca. 90 Tonnen in der Oesterreichischen Nationalbank und ca. 50 Tonnen in der Münze Österreich, der staatlichen Münzprägestätte lagern. Jeweils in Hochsicherheitstresoren.

Kein Gold in den USA

Österreich werde nach der Umlagerung kein Gold in den USA lagern. Nicht in Fort Knox und auch nicht in New York. Die Umverteilung von 2015 bis 2020, respektive 2018 war wie folgt geplant:

Goldbarren Nationalbank Österreich
Goldbarren der Nationalbank Österreichs wandern zurück ins Land

Rechnungshof übte Kritik

In Österreich hat der Rechnungshof Kritik an einzelnen Bedingungen der Goldlagerung im Ausland geäußert, woraufhin sich die Notenbank zur Rückholung entschlossen habe. Ein Teil des Goldes der europäischen Zentralbanken bildet auch einen Teil der Währungsreserven des Eurosystems und soll der Stabilisierung des Euros dienen. Wörtlich monierte der Rechnungshof in Österreich:

Die OeNB lagerte Ende 2013 rd. 82 % ihrer physischen Goldbestände bei einer Lagerstelle in England und war somit einem hohen Konzentrationsrisiko ausgesetzt. Im aktuellen Lagerstellenkonzept fehlten angemessene Maßnahmen zur Verringerung dieses Risikos. Hinzu kam eine mangelhafte Ausgestaltung des Goldlagerstellen­vertrags mit der Lagerstelle in England sowie fehlende Revisionsmaßnahmen bei den im Ausland gelagerten Goldbeständen.

Offensiver Umgang mit Gold-Rückholung

Die OeNB hat bereits in 2015 ein kurzes Video zur Gold-Rückholung anfertigen lassen. Damals war man davon ausgegangen, dass es bis 2020 dauert, bis die Hälfte des Goldes in Wien ist:

Foto/Graphik: OeNB/Niesner