Vor 70 Jahren wurde die DM eingeführt – und wo ist sie jetzt?

Papiergeld hat selten eine lange Lebensdauer. Vor 70 Jahren wurde in Deutschland (Westen) die DM eingeführt: Am 20./21.Juni 1948 wurde sie in den sogenannten westlichen Besatzungszonen als Zahlungsmittel eingeführt. Heute gibt es sie nicht mehr. Doch wie war das damals?

40 Mark Kopfgeld für alle

Zum Neustart in die neue Währung erhielt jeder 40 DM, einen Monat später gab es noch einmal einen Nachschlag: Nochmal 20 DM. Wer 100 Reichsmark auf dem Sparkonto hatte, bekam dafür nur noch 6,50 DM. Ein Schock für viele Sparer. Ein Schock für viele Deutsche. Wer Sachwerte hatte, war im Vorteil. Die Bevölkerung wurde übrigens erst am 18.6.1948 über den Rundfunk darüber informiert. Nur Tage vorher. Sein Geld auf dem Konto bekam man übrigens erst nach Genehmigung durch das zuständige Finanzamt umgetauscht.

Umstellung Mieten und Löhne 1:1

Es bekam zwar jeder nur 40 DM Kopfgeld, aber die Mieten und Löhne wurden 1:1 umgestellt. Regale in Supermärkten, die vorher leer waren, füllten sich plötzlich. Die Händler hatten vorher aus Angst, dass die Reichsmark plötzlich außer Verkehr gesetzt wird, Waren zurückgehalten, um nicht auf wertlosem Papiergeld zu sitzen. Ein großer Schwarzmarkt und Tauschhandel war entstanden. Verbindlichkeiten (Kredite) wurden übrigens im Verhältnis 10:1 umgestellt: Wer 10 Reichsmark schuldete, musste nur noch 1 DM zurückzahlen.

DM auf DDR-Bürger übergestülpt

Mit der Wiedervereinigung wurde die DDR-Mark 1:1 in DM umgetauscht und auf dem Gebiet der früheren DDR die DM eingeführt. Das führte schnell dazu, dass DDR-Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig waren oder dies offenkundig wurde. Viele Arbeitsplätze wurden vernichtet, viel Arbeitslosigkeit entstand, sukzessive entstanden neue Arbeitsplätze. Für viele ein sehr schmerzhafter Prozess

2002 dann Abschaffung der DM

Mit Einführung des Euros wurde im Jahr 2002 die DM ganz abgeschafft und der Euro eingeführt. Viele empfinden ihn auch heute noch als Teuro, weil gefühlt alles teurer geworden ist. Mehr als 50% der über 50-jährigen rechnen auch heute noch Preise in DM um, wenn Investitionen oder Ausgaben anstehen. Wer heute ein Schnitzel mit Spargel für 32 Euro isst, fragt sich, ob er früher dafür auch 64 DM ausgegeben hätte. Die Eiskugel, für die man als Kind 20 Pfennig bezahlt hat, kostet heute häufig umgerechnet 2 DM. Hier wird einem die Geldentwertung richtig vor Augen geführt.

Statistiker errechnen für den Euro eine Geldwertstabilität. Im Schnitt der letzten 10 Jahre soll die durchschnittliche Preissteigerung nur 1,6% pro Jahr gewesen sein. Viele Bürger fühlen etwas anderes.

Milliarden DM noch im Umlauf

Nach den Statistiken der Bundesbank sind auch 16 Jahre nach der Euro-Einführung immer noch DM-Scheine im Volumen von 5,91 Milliarden DM nicht in Euro getauscht worden, auch 6,69 Milliarden DM an Münzen sind noch nicht umgetauscht. Darunter mag auch die eine oder andere Sammlermünze sein. Die Bundesbank hat das Versprechen gegeben, die DM zeitlich unbefristet in Euro umzutauschen. Nur bekommt man für 100 DM keine 100 Euro, sondern es wird mit dem Faktor 1,95 gerechnet, als Faustformel haben sich viele gemerkt, dass man für 100 DM nur 50 Euro bekommt. Gefühlt bekam man allerdings für 100 DM damals einen Einkaufswagen voller Lebensmittel, während für 50 Euro heute der Boden des Einkaufswagens bedeckt ist.

In vielen anderen Euro-Ländern hat man übrigens den Umtausch der alten Währung zeitlich befristet und nicht unbefristet belassen – wie in Deutschland.

Gold oder DM 1948

Wer sich 1948 entscheiden musste, ob er Gold oder DM im Garten vergräbt, hätte sich besser für das Gold entschieden:

  • 1 Unze Gold kostete 1948  115,58 DM
  • 1 Unze Gold kostet 2018 rund 1100 Euro
  • 115,58 DM vergraben im Garten wären heute rund 59 Euro
  • 1 Unze Gold kostete damals 35 US-Dollar, heute ca. 1275 US-Dollar

Clevere Deutsche hatten vor der Währungsumstellung auf die DM mit Reichsmark Gold gekauft und konnten so die Kaufkraft erhalten. Während im April 1948 der Ankaufspreis für ein Kilogramm Gold in Deutschland bei 3600 Reichsmark lag, erhielt man für das gleiche Kilo Gold im Oktober desselben Jahres (nach DM-Einführung) bereits 3800 DM. Goldbesitzer  haben also der Geldentwertung ein Schnäppchen geschlagen.

Gold kaufen auch im Euro-Zeitalter sinnvoll

Auch heute noch ist Gold kaufen sinnvoll. Auch im Euro-Zeitalter. Niemand kann die Zukunft des Euros vorhersehen. Die wenigsten hätten einen EU-Austritt Großbritanniens vor Jahren für möglich gehalten, – nunmehr steht das Königreich mitten in den Brexit-Verhandlungen und andere Länder gelten ebenso als Austrittskandidat. Griechenland bittet um Schuldennachlass und Italien hat auch Probleme mit dem Euro. Wird es den Euro in 10 oder 20 Jahren noch geben. Das weiß niemand. Was man weiß, ist, dass es Gold in 10 oder 20 Jahren noch geben wird. Die letzten 5000 Jahre war es wertvoll. Die Wahrscheinlichkeit, dass es das auch in 10 bis 20 Jahren noch ist, dürfte groß sein. Ob es in 20 Jahren auf deutschem Gebiet noch einen Euro gibt, darauf würden vermutlich weniger Leute wetten. Viele Anleger setzten daher lieber auf Gold statt auf Papiergeld.

 

 

 

50 Pfennig 1950 Bank Deutscher Länder noch in der Krimskrams-Schublade?

Viele Deutsche haben immer noch Restgeld aus DM-Zeiten in Schränken und Schubladen. Bei einer letzten Erhebung kam die Bundesbank Ende 2016 zum Schluss, dass die Deutschen noch DM-Bargeld in Münzen im Volumen von fast 13 Milliarden DM, ca. 6,5 Milliarden Euro in Schränken, Kellern und Spardosen horten.

Münzraritäten darunter können wertvoll sein

Wenn Sie auch denjenigen gehören, die noch irgendwo ein Glas oder eine Dose mit alten DM-Münzen haben, lohnt sich u.U. das Durchschauen, denn eine Münze, die gar nicht so selten ist, könnte deutlich wertvoller sein als der aufgeprägte Nennwert:

50 Pfennig Bank Deutscher Länder 1950 G

Eine Münze mit dem Nennwert 50 Pfennig (50 Pf) ist dann besonders wertvoll, wenn sie ALLE der nachfolgenden Bedingungen erfüllt:

  • Jahreszahl 1950
  • Aufschrift BANK DEUTSCHER LÄNDER
  • Prägestätten-Buchstabe G

Echtheit der Münze vorausgesetzt, darf man sich auf einen dreistelligen Wert der Münze freuen.

Um Fragen gleich vorwegzunehmen:

Nur die oben genannte Kombination ist so wertvoll. Münzen mit 1950 und der Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“ oder Münzen mit BANK DEUTSCHER LÄNDER-Aufschrift, aber anderem Jahrgang sind ebenfalls nicht besonders wertvoll, sondern nur: 50 Pf Bank Deutscher Länder 1950 G

Was kostet so eine 50 Pfennig Münze 1950 BdL G?

Der Wert der Münze ist auf jeden Fall im dreistelligen Bereich. Wie bei Sammlermünzen üblich, kommt es auf den Erhaltungszustand an, als Anhaltspunkt können Sie unter folgendem Link nachschauen:

Aktueller Preis 50 Pfennig Bank deutscher Länder 1950 G

Warum ist dieses 50-Pfennig-Stück so wertvoll?

In 1950 sollten eigentlich die 50 Pfennig-Münzen bereits mit der Umschrift BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND geprägt werden. In der Münzprägestätte Karlsruhe, die man an dem kleinen Prägebuchstaben G auf der Münze erkennt, hat jedoch ein Mitarbeiter einen Prägestempel verwechselt und vermutlich aus Versehen 30.000 Münzen mit der an sich nicht mehr vorgesehenen Umschrift BANK DEUTSCHER LÄNDER geprägt. Genau diese 30.000 Stück sind heute gesucht und wertvoll.

Warum sind die anderen Bank deutscher Länder – Prägungen nicht wertvoll?

Die anderen 50 Pfennig-Stücke mit Bank deutscher Länder (BdL) Umschrift haben schlichtweg eine zu hohe Auflage, siehe folgende Auflistung:

  • 50 Pf BdL 1949 D: Auflage 39 Millionen
  • 50 Pf BdL 1949 F: Auflage 45 Millionen
  • 50 Pf BdL 1949 G: Auflage 25 Millionen
  • 50 Pf BdL 1949 J: Auflage 42 Millionen
  • 50 Pf BdL 1950 G: Auflage 30.000

(D=München, F=Stuttgart, G=Karlsruhe, J=Hamburg)

50 Pfennig 1950: Nur mit Prägebuchstabe G und Aufschrift BANK DEUTSCHER LÄNDER wertvoll