100kg Goldmünze aus Bode-Museum: Razzia und Festnahme bei Tatverdächtigem in Berlin

Die Ermittler haben nach Veröffentlichung eines Videos von den Tatverdächtigen zum Diebstahl der 100 kg Goldmünze Maple Leaf aus dem Bode-Museum im März diesen Jahres heute morgen eine Razzia bei  Tatverdächtigen in Berlin-Neukölln durchgeführt.

Polizei Berlin Neukölln Festnahme Täter Bode Museum Goldmünze
Polizisten vor einem Objekt, bei dem eine Razzia am Morgen stattfand

Festnahme vermeintlicher Goldmünzen-Dieb in Berlin-Neukölln

Dabei wurden auch mindestens zwei Tatverdächtige festgenommen, die Hausdurchsuchung läuft aktuell noch. Die beiden Festgenommenen sollen mit den auf einem Video in Tatortnähe aufgezeichneten Personen übereinstimmen.

Dem Vernehmen nach handelt es sich um zwei Angehörige einer arabischen Großfamilie, die im Raum Berlin berüchtigt ist und immer wieder in den Focus bei Ermittlungen in Strafsachen rückte.

Das SEK und Beamte der Polizei trugen Kartons beschlagnahmter Gegenstände aus einem Wohngebäude in Berlin-Neukölln. Die Durchsuchungen fanden in Wohngebäuden in der Thomasstrasse und im Mittelweg in Berlin statt. Auch ein Auto der Marke Mercedes wurde durchsucht und beschlagnahmt.

Die Täter wurden vor der Tat auf dem Bahnhof Hackscher Markt in Berlin in mehreren Bildern und Videosequenzen aufgenommen, traten dabei vermummt auf:

Goldmünzen Diebe Bode Museum Maple Leaf
Goldmünzen Diebe Bode Museum Maple Leaf

Juwelier auf der Sonnenallee wegen Goldmünze durchsucht

Ein Juwelier auf der Sonnenallee im Berliner Stadtteil Neukölln wurde in dem Zusammenhang auch durchsucht. Die Polizei bestätigte Hinweise darauf, dass hier zumindestens ein Verwertungsversuch der Goldmünze stattgefunden haben soll.

 

100kg schwere Goldmünze weiter verschollen

Die 100 kg schwere Goldmünze Maple Leaf wurde bei der Durchsuchung naturgemäß nicht gefunden, die Ermittler gehen davon aus, dass diese längst zerkleinert und eingeschmolzen ist. Ob bei der Durchsuchung Beweismittel für diesen Vorgang gefunden worden sind, wird die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände ergeben.

Im März wurde in einer nächtlichen Aktion aus dem Berliner Bode-Museum die 100kg Goldmünze entwendet, was angesichts des Einstiegs über Bahngleise und des Gewichts der Münze sowie der späten Alarmierung der Polizei für Aufsehen gesorgt hatte.

Big Maple Leaf wurde von Düsseldorfer Unternehmen gestellt

Die im Bode Museum ausgestellte Goldmünze war eine Leihgabe eines Düsseldorfer Unternehmers. Die kanadische Münzprägeanstalt Royal Canadian Mint hatte die 100 kg Goldmünze aus Marketinggründen hergestellt, um auf kleinere von ihr hergestellte Maple Leaf Goldmünzen aufmerksam zu machen, die man zur Geldanlage kaufen könne.


Update durch Pressekonferenz der Polizei am 12.7.2017 in Berlin, 14:00 bis 14:30 Uhr:

  1. Um 6 Uhr heute morgen wurden insgesamt zunächst 14 Objekte durchsucht, 300 Einsatzkräfte waren erforderlich. Incl. SEK
  2. Die Durchsuchungen verliefen unblutig, lediglich ein Durchsuchter erlitt eine Platzwunde am Kopf
  3. Aufgefunden wurden u.a. auch 4 geladene Schusswaffen und ein sechsstelliger Bargeldbetrag, aber nicht die Goldmünze
  4. Die Ermittlungen richten sich gegen 13 Personen, die fast alle miteinander verwandt sind und zu einer stadtbekannten arabisch-stämmigen Großfamilie (Clan) gehören, die regelmässig Besuch von der Polizei erhalten und für die Hausdurchsuchungen nichts neues sind
  5. VIER Haftbefehle wurden heute vollstreckt, darunter ein Hinweisgeber (Aushilfe im Museum), eine Kontaktperson und vermutlich 2 an der Tat beteiligte Personen, die wohl auch auf dem Video im Bahnhof zu sehen sein dürften
  6. Derjenige, der der Bande den Tip gegeben hat, arbeitete über eine Drittfirma erst seit März als Aufsicht im Museum und ist bereits früher z.B. durch Kennzeichendiebstahl und Tankbetrug aufgefallen. Er ist arabischen Ursprungs – wie die meisten anderen auch, aber nicht mit dem Clan verwandt, aus dem nahezu alle anderen stammen
  7. Es wurden auch Fahrzeuge beschlagnahmt, u.a. ein Mercedes. Gefunden wurde in einem Fahrzeug auch eine Sturmhaube und ein Messer
  8. Auch gegen einen Wachmann aus der Tatnacht besteht ein Anfangsverdacht, seine Aussagen sind widersprüchlich.
  9. Es gab schon vor dem 27.3. zwei Einbruchversuche: am 7.3. und am 21.3. – dies ist auch auf Videos aus dem Bahnhof Hackscher Markt zu sehen. Diese waren jedoch nicht erfolgreich.
  10. Die Festgenommenen sind zwischen 18 und 20 Jahre alt.
  11. Gegen einen Juwelier aus der Sonnenallee, ebenfalls arabischen Ursprungs, besteht der Anfangsverdacht der Hehlerei im Zusammenhang mit der Goldmünze
  12. Der Hinweisgeber aus dem Museum ist in der Vergangenheit auch bereits dadurch aufgefallen, dass er sich in einem Baumarkt einen Meißel genommen hat und damit versucht hat, einen dort befindlichen Tresor zu öffnen.
  13. Aus den 14 Hausdurchsuchungen heute morgen haben sich weitere Hinweise ergeben, die zu weiteren Durchsuchungen führten, die teilweise noch liefen.
  14. Beschlagnahmte Kleidung und Fahrzeuge aus den Aktionen heute werden auf die Anhaftungen von Goldstaub untersucht.

 

Fotos: Polizei

 

Goldraub: 100kg – Goldmünze aus Bode-Museum in Berlin gestohlen – Millionendiebstahl

Im Berliner Bode-Museum ist eine 100 kg schwere Goldmünze (Maple Leaf) gestohlen worden. Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze, die alleine schon einen Nennwert von 1 Million Can$ aufweist, wurde wohl in der Nacht von gestern auf heute aus dem Museum gestohlen.

Goldraub: 100 kg Maple Leaf Goldmünze aus Bode-Museum gestohlen
Goldraub: 100 kg Maple Leaf Goldmünze aus Bode-Museum gestohlen

Goldmünze hat Wert von über 3 Millionen Euro

Alleine der Materialwert der Goldmünze, die aus 100 Kilogramm Gold besteht und von der Royal Canadian Mint gefertigt wurde, beträgt weit über 3 Millionen Euro. Die Münze wird BIG MAPLE LEAF genannt und ist die zweitgrößte Goldmünze der Welt. Die Münze hat einen Durchmesser von 53 cm und ist 3 cm dick. Auf der einen Seite zeigt die Münze ein Ahornblatt, auf der anderen Seite Queen Elisabeth II.

Das Bode Museum befindet sich auf der Berliner Museumsinsel. Die Münze war eine Leihgabe an das Museum, das für seine Münzsammlung bekannt ist. Über Täter und Tathergang gibt es noch keine detaillierten Informationen. Seit Dezember 2010 war die Goldmünze aus Kanada Teil der Ausstellung im Museum.

Vermutlich kamen die Täter in der Nacht gegen 3.30 Uhr und stahlen die Münze. Aufgrund des Gewichts ist von mehreren Tätern auszugehen, die wohl durch ein Fenster im hinteren Bereich in das Museum eingestiegen sind. Das Fenster befindet sich ca. 3-4 Meter über den S-Bahn-Gleisen. Innerhalb des Gebäudes mussten die Einbrecher dann noch das Stockwerk wechseln. Türen mussten nicht aufgebrochen werden. Die Täter hatten es wohl nur auf diese eine große Goldmünze abgesehen, die durch Plexiglas/Panzerglas geschützt war. Das Panzerglas wurde zertrümmert. Andere Goldmünzen in der Ausstellung wurden liegen gelassen. Zum Abtransport wurde eine Schubkarre benutzt.

Goldmünzen-Coup ausgerechnet durch Sicherheitsraum

Eingebrochen sind die Goldmünzen-Diebe süffisanterweise durch den Umkleideraum des Sicherheitspersonals, – was die Polizei nunmehr zu besonders intensiven Nachforschungen im Umfeld von Insidern veranlasst.

Abgeseilt in den Monbijoupark

Den Rückweg traten die Einbrecher mit der 100-Kilo-Goldmünze an, in dem Sie sich zum Schluß in den Monbijoupark abseilten.

S-Bahn-Pause für Goldraub ausgenutzt

Die Täter hatten den Einbruch offensichtlich genau geplant. Die S-Bahn-Linien S5, S7 unS75 fahren zum letzten Mal gegen 01.30 Uhr und dann erst wieder kurz nach 04.00 Uhr morgens. Die S-Bahn-lose Zeit dazwischen haben die Täter offensichtlich für den Einbruch genutzt.

 

Die Überwachungskameras am Baustellenzugang filmen nur das Erdgeschoss.

Der S-Bahn-Verkehr wurde wegen der Ermittlungen zeitweise in Berlin gesperrt. Die Polizei fand eine 3m lange Auszieh-Leiter, die nahe der umliegenden S-Bahn-Gleise lag. Unbekannt ist noch, wie es den Dieben gelang, die Alarmanlage zu umgehen und eine so schwere Münze abzutransportieren. Alarm wurde nicht ausgelöst, – erst gegen 4 Uhr bemerkten Wachleute den Einbruch und benachrichtigten die Polizei.  Mittlerweile gibt es Anhaltspunkte für einen Abtransport mit einer Schubkarre. Vermutlich sind die Täter über die Südseite des Gebäudes geflohen. Möglich wäre, dass Bauarbeiten rund um das Bode-Museum den Goldraub erleichterten. Experten des Landeskriminalamtes ermitteln aktuell im Museum.

Wem gehörte die Goldmünze?

Gemäß Informationen des Handelsblattes war die Goldmünze eine Leihgabe des Düsseldorfer Immobilienentwicklers Boris Fuchsmann.

Video der 100 Kg Goldmünze Maple Leaf

In dem Video der Royal Canadian Mint wird die Produktion der 100 Kilogramm Goldmünze gezeigt, – was die wahre Größe dieser mehr als Pizza-großen Goldmünze deutlich macht:

 

 Nicht der erste Goldraub in Berlin

Der Raub der 100 kg Goldmünze Maple Leaf ist nicht der erste millionenschwere Goldraub in Berlin. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde ein Goldhändler überfallen und die Täter konnten zunächst mit Millionenbeute entkommen. Zu Beginn diesen Jahres konnte die Polizei allerdings zwei vermeintliche Täter zu diesem Goldraub festnehmen: Den Boxer Aleksi H. und den Fitnesstrainer Husam M.: Festnahme nach Goldraub in Berlin